Grundlagen
Nach dem hierzulande gängigen PAL-Standard besteht jede Filmsekunde aus 25 Bildern (Frames) oder 50 Halbbildern - das kommt auf das verwendete Aufnahmeverfahren an. Ein Frame ist 720 Bildpunkte (Pixel) breit sowie 576 Punkte hoch, und für jeden dieser rund 414.000 Punkte müssen sowohl Farbe wie auch Helligkeit abgespeichert werden. Pro Filmstunde fallen deshalb hochgerechnet 104 GB Datenmaterial an. Dabei ist der Stereoton noch nicht einmal enthalten.
Damit dennoch 90 Minuten Kinofilm auf einen nur 4,4 GB großen DVD-Rohling oder sogar eine noch kleinere (Super-)Video-CD passen, muss die Videodatei komprimiert werden. Genau dafür kommen Codecs zum Einsatz. Codecs - der Begriff setzt sich aus "COdieren" und "DECodieren" zusammen - sind kleine Programme, die Sie auf Ihrem Rechner installieren. Ein Codec nutzt einen genau definierten Algorithmus, um das Datenmaterial in ein bestimmtes Format zu überführen. Video-Codecs wie das populäre Divx speichern Bildinformationen in möglichst kleine Dateien und stellen die Bilder beim Abspielen des Films wieder her. Audio-Codecs, beispielsweise MP3, leisten denselben Dienst für Tonmaterial.
Ein Codec ist in der Regel kein selbst lauffähiges Programm. Vielmehr ist die Nutzung an bestimmte Programme gekoppelt, etwa einen Player oder - im Falle von Windows-Codecs - an alle Programme, die bei der Ausführung darauf zugreifen.
Codec-Lexikon
AVI: Viele Codecs verwenden AVI als Format für Video- und Audio-Inhalte. Hinter einer AVI-Datei kann also ein Divx-, Xvid- oder DV-Film stecken. Das Abspielen ist mit dem entsprechenden Codec möglich.
CBR: Bei einer mit Constant Bitrate komprimierten Filmdatei bleibt die Bitrate während des ganzen Films gleich. So lässt sich die Größe einer komprimierten Datei zulasten der Bildqualität genau festlegen.
MPEG: Der Standard der Motion Pictures Experts Group dient zum Komprimieren von Ton- und Bilddaten.
MPEG 1: Der Standard ist auch als VCD (Video-CD) bekannt.
MPEG 2: Kompressionsstandard als Erweiterung von MPEG 1. Dieser Standard wird auch als Super-Video-CD (SVCD) bezeichnet und kommt bei Video-DVDs zum Einsatz.
MPEG 4: Weiterentwicklung des MPEG-2- Formats mit noch besserer Komprimierung. Microsofts erste Variante von MPEG 4 ist seit Win 98 auf jedem Windows-PC installiert und beschränkt die maximale Datenrate auf 256 KBit/s. Für ein ruckelfreies Video in ansprechender Qualität ist das zu wenig. Durch das Komprimierverfahren für Videodateien, Divx, wurde die Erhöhung der Bitrate auf bis zu 6 MBit/s möglich.
VBR: Beim Codieren mit variabler Bitrate entscheidet der Codec, welche Einstellung er zum Komprimieren unterschiedlicher Szenen nutzt.
Xvid: Der MPEG-4-Codec ist eine Alternative zu Divx. Die Software auf Open-Source- Basis lässt sich in fast allen Playern und Schnittprogrammen zum Abspielen und Encoden nutzen. Sie bietet eine hohe Bildqualität.
