Was ist eigentlich DTS?
DTS steht für Digital Theatre System und wurde, wie der Name schon sagt, ursprünglich für das Kino entwickelt. Seine Premiere feierte DTS 1993 mit dem Film Jurassic Park. Ähnlich Dolby Digital ist DTS ein 5.1-System, bestehend aus einem Subwoofer und fünf einzelnen Tonkanälen, die jeweils den vollen Frequenzumfang des menschlichen Ohres von 20 Hz bis 20.000 Hz wiedergeben müssen.
Damit erhält man zwar einen exzellenten Klang, benötigt allerdings auch viel Speicherplatz für die digitalen Sounddaten. Um Platz zu sparen, arbeitet DTS mit Datenkompression. Im Durchschnitt komprimiert das Verfahren die Daten im Verhältnis 1:5. Die Komprimierung schwankt zwischen vier und neun. Die erforderliche Datenrate liegt, je nach Komprimierungsfaktor, zwischen 768 und 1.536 Kilobit pro Sekunde.
Um trotz der teilweise niedrigen Rate eine sehr gute Klangqualität zu erzeugen, arbeitet DTS "intelligent". Zum Beispiel werden leise Töne, die von lauteren Geräuschen begleitet werden, einfach weggelassen, da sie in diesem Fall vom menschlichen Gehör nicht wahrgenommen werden. Das spart wertvollen Speicherplatz, ohne die Klangqualität zu beeinflussen.
Auch extrem tiefe Töne, die unterhalb der menschlichen Hörschwelle liegen, werden nicht aufgezeichnet. Der Subwoofer überträgt deshalb nur einen Frequenzbereich von 20 bis 120 Hertz.
DTS-Varianten
Besonders realistisch soll DTS Extended Surround (DTS-ES) klingen. Bei diesem Verfahren wird nach der Dekodierung ein zusätzlicher Rear-Surround-Kanal ausgegeben. Jetzt stehen sechs vollwertige Kanäle und ein Subwoofer zur Verfügung. Der zusätzliche Rear-Lautsprecher wird im Rücken der Zuschauer aufgestellt und erlaubt eine besonders präzise Ortung von Geräuschen, Stimmen und einzelnen Musikinstrumenten.
DTS Neo:6 dagegen erweitert herkömmliche Zwei-Kanal-Surround-Signale mithilfe eines speziellen Dekoders auf 6.1-Kanäle. Damit bei der Musikwiedergabe kein Qualitätsverlust entsteht, ist die Anlage manuell auf den jeweiligen Verwendungszweck umzuschalten. Der Musikmodus umgeht die Dekoderschaltung und gibt die beiden Frontkanäle direkt wieder. Die Surround- und der Center-Lautsprecher weiten dann effektiv das räumliche Klangfeld. Der Cinema-Modus ist Surround-kodierten Filmen vorbehalten.
Ist DTS besser als Dolby Digital?
Dies ist eine Frage, die schon oft zu Streitgesprächen zwischen Heimkino-Begeisterten geführt hat. Grund ist der, dass DTS theoretisch gesehen zwar Vorteile gegenüber Dolby Digital besitzt, diese in der Praxis aber nicht immer nachvollziehbar sind, zumindest bei älteren Produktionen.
Oft kommt der Einwand, dass DTS nur lauter abgemischt wäre als das entsprechende Dolby Digital-Pendant. Fakt ist aber, so auch die Firma DTS in einer Stellungnahme vom 21.10.2000 zu diversen Vorwürfen seitens Dolby, dass Dolby Digital-Spuren aufgrund der so genannten "Dialog Normalization" 4 db leiser abgemischt werden. D.h. also, dass DTS "normal" laut abgemischt wird, so wie es das Originalmaster vorsieht und Dolby Digital etwas leiser klingt.
Der Laut-Leise-Unterschied wird aber auch durch Unterschiede in der Technik beider Firmen hervorgerufen. Zum einen darf eine Dolby Digital-Spur eine Datenrate von maximal 448 Kbps aufweisen, mehr erlauben die DVD-Spezifikationen mit dem Dolby-Codec nicht. Zum anderen ist die Kanaltrennung nicht so fein und sauber wie bei DTS. So sagt DTS bei Punkt 2b in der Stellungnahme vom 21.10.2002, dass Dolby Kanäle über 15 Khz bei 448 Kbps und Kanäle bis hinunter zu 10Khz bei 384 Kbps kombiniert. Bei DTS hingegen würden keine Kanäle, egal bei welchen Frequenzen und egal bei welcher Datenrate miteinander kombiniert. Das erklärt, wieso DTS-Spuren überwiegend klarer, feiner abgestimmt und dynamischer klingen. DTS-Spuren können, im Gegensatz zu Dolby, eine Datenrate von maximal 1509 Kbps aufweisen. Meist wird bei DVDs mit DTS aber eine Rate von 754 Kbps genutzt. Die Platzersparnis ist enorm und ein Unterschied wohl kaum zu hören. DTS hat also standardmäßig eine mehr als die Hälfte so hohe Datenrate als eine Dolby Digital-Spur, wodurch diese einfach klarer und dynamischer klingen.
Es gibt aber auch genügend Beispiele, die zeigen, dass Dolby Digital genau so gut klingen kann wie eine DTS-Spur, bzw. das DTS nicht immer besser als Dolby ist. Es ist auch eine Frage der Heimkinoausstattung. So wird man große Unterschiede nur bei entsprechend hochwertiger Hardware feststellen und nicht bei einem günstigen Lautsprecherset Marke Lebensmitteldiscount. Abschließend kann man aber sagen, dass DTS generell etwas besser klingen sollte als eine entsprechende Dolby Digital-Spur und wenn man die Auswahl zwischen beiden Formaten hat, so sollte man immer zu DTS tendieren. Schöpft die DVD die Möglichkeiten von DTS aus, so sollte die Wahl mit einem wuchtigeren, dynamischeren Klang belohnt werden.
